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Katholische
Gemeinde St. Johannes
Pfarrei St. Franziskus, Bochum Süd
Weiterleitung zum Auftritt der Pfarrei St. Franziskus

 

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Die Kirche St. Albertus Magnus

Die Kirche wurde vom Herbst 1962 bis November 1964 gebaut. Die Kirchenweihe vollzog der Bischof von Essen, Dr. Franz Hengsbach, am 30. November 1964.

Den Bauplan entwarf der Architekt und Dipl.-Ing. Prof. Gottfried Böhm, Köln. Der Kirche sollte ein umbauter Vorhof vorgelagert werden, der in seinem Innern den frei stehenden Turm aufnehmen sollte. Zur Königsallee hin sollte ein Gemeindehaus den Vorhof abschließen. Erst in der fertigen Gesamtanlage sollte die gestufte Ordnung der Baukörper das Bild der "Stadt Gottes" deutlicher machen.

Moderne Baugesinnung und moderne Baumaterialien geben der Kirche ihr Gepräge. Der Kirchenraum wächst vom Eingang zum Chor stufenweise zu immer größerer Höhe empor. Durch diese rhythmische Gliederung erhält der Raum eine lebendige Spannung. Er gibt Geborgenheit und öffnet sich gleichzeitig in den großen Fenstern zum himmlischen Licht.

Sehr sachlich und klar sind die Kuben des Kirchengebäudes im rechten Winkel ineinandergeschachtelt. Das Ziegelmauerwerk der Außenwände gibt Wärme, und auch im Innenraum wird die Kühle des Kieselbetons durch die Kombination mit roten Ziegeln und durch die ziegelroten Bodenplatten gedämpft. Der Eindruck eines einzigen Saales wird vermieden durch das Vor- und Zurückspringen großer Wandflächen und durch das Hineinstellen von breiten, gegeneinander versetzten Betonpfeilern. Der Weg zum Altar bleibt dabei frei.

Verschiedenen der ausgesparten Rechteckräumen ist eine besondere Funktion zugeordnet: Im mittleren, größten Rechteck steht, durch Stufen erhöht, der Altarblock. Das Rechteck rechts daneben nimmt die Orgel auf. Ein Rechteck links ist Standort für einen Seitenaltar mit einem Albertus-Magnus-Reliquiar. In einem weiteren Rechteck rechts hat ein hoch aufragender Beichtstuhl, der das Bild des Richterstuhls aufgreift, Platz gefunden. In dem vom Boden bis zur Decke reichenden Fenstern werden Dynamik und Transparenz der Statik und Undurchdringlichkeit des Gebäudes unmittelbar gegenüber gestellt.

Die beiden großen Seitenfenster, die von Prof. Gottfried Böhm entworfen wurden, stellen zwei große Ereignisse des Alten Testaments dar: An der Nordseite wird der Seitenaltar mit dem Reliquiar ganz vom Glanz des Fensters umhüllt. Über die blaugrüne Kernzone des Fensters wachsen weiße, rote und hellgrüne Zungen in pulsierender Bewegung zu einem Flammenkranz zusammen, der in modernen Formsprache das Thema des brennenden Dornbusches (Exodus 3, 1-8) veranschaulicht. Das Erlebnis des Moses erscheint uns heute als Hinweis auf die alle irdische Vorstellungskraft sprengende Größe Gottes und seiner erbarmenden Hinneigung zum erlösungsbedürftigen Menschen.

Das Südfenster umschließt den Ort des Bußsakraments. Bekenntnis der Schuld und die Vergebung stehen unter dem Zeichen der Gesetzestafeln des Mose am Berg Sinai (Exodus 19 ff). In tiefem Blauschwarz steigen rechts und links vom Richterstuhl die Spitzen des Sinai-Gebirges auf. Sie sind mit den römischen Ziffern der zehn Gebote gekennzeichnet. Zwischen der Strenge des Gesetzes keimt in der vergebenden und helfenden Liebe Gottes gleichnishaft die Hoffnung auf. Ihre Symbolfarbe Grün beherrscht in horizontaler Schichtung aufsteigender Felder.

Das lichtführende Fenster des Altarraumes, das im September 1981 fertig gestellt wurde, enthält im Entwurf des Kunstmalers Helmut Lang, Köln, ein Schriftband "Preiset den Herrn, ihr Werke des Herrn, lobet und erhebet ihn in Ewigkeit". Das Fenster wurde ohne dieses Band gefertigt und ist dem hl. Albertus Magnus gewidmet. Es soll seine besondere Verbundenheit als Naturwissenschaftler mit den Geschöpfen Gottes darstellen.

Der Altarraum wurde von Mai bis September 1980 umgestaltet und damit den liturgischen Gegebenheiten angepasst.

Die Orgel ist eine großzügige Stiftung. Ihre Disposition stammt vom Orgelsachverständigen des Bistums Essen, Kantor Bernhard Ader, und sie wurde gebaut von der Firma Gebr. Krell, Duderstadt. Sie hat 19 Register, die sich auf 2 Manuale und Pedal verteilen, Schleifladen mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registratur sowie Normalkoppeln. Die Orgel wurde geweiht am 24. September 1967.

Die Bronze-Madonna, die sich in eine Nische im Betonpfeiler hinein schmiegt, ist ein Werk der Künstlerin Hilde Schürk-Frisch, Münster, und wurde zur Eröffnung der Rosenkranzandacht am 1. Oktober 1967 geweiht. Die Statue stellt die innige Verbundenheit Christi mit seiner Mutter dar. Maria hält ihr Kind, das segnend die Hand erhoben hat, fest im Arm und schützt es in ihrem ausgebreiteten Mantel.

Der Kreuzweg wurde der Gemeinde am 2. März 1971 übergeben. Er passt sich in seiner Einfachheit, aber hohen Ausdruckskraft, der Architektur der Kirche an.

Die Reliquie des hl. Albertus Magnus wurde am 21. November 1965 aus der Andreas-Kirche in Köln geholt. Das Reliquiar fertigte der Goldschmied Heribert Cassau, Paderborn, an.

Der lichtdurchflutete Vorraum der Kirche soll den Gemeindemitgliedern vor und nach den Gottesdiensten Gelegenheit zum Gespräch miteinander geben. Die Gestaltung der Taufkapelle gilt als vorbildlich.

Zur Namensgebung der Pfarrei gab es drei Vorschläge. Man entschied sich für den hl. Albertus Magnus (gest. 1280). Er ist einer der großen Denker des Mittelalters, der das gesamte philosophische und naturwissenschaftliche Gedankengut seiner Zeit beherrschte. Die Gemeinde hat den 1932 heilig gesprochenen Gelehrten mit der Begründung zu ihrem Patron gewählt, sein suchender, forschender Geist und seine universale Weltschau hätten ebenso besondere Aktualität für unsere Zeit wie seine Bedeutung als Begründer des christlichen Abendlandes.

Das Siegel der Gemeinde, das den Patron darstellt, ist ein Entwurf des Bochumer Künstlers Heinrich Wilthelm.

(entnommen aus der Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Gemeinde)

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St. Albertus Magnus ist im Rahmen der Neustrukturierung des Bistums Essen zur sog. Weiteren Kirche bestimmt worden, für die vom Bistum finanzielle Mittel nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Am 16. November 2008 wurde die Kirche außer Dienst gestellt. Über die weitere Verwendung ist noch nicht entschieden.