zurück zum Start
Katholische
Gemeinde St. Johannes
Pfarrei St. Franziskus, Bochum Süd
Weiterleitung zum Auftritt der Pfarrei St. Franziskus

 

Startseite Kontakte / Gruppen Nachrichten Gottesdienste Gemeinderat Geschichte Die Kirche Leitbild Gästebuch Links Bildergalerien Mobil / RSS Impressum Anfahrt(en)

Zum 130.Kirchweihfest am 17. September 2017:
Aktive Gemeindemitglieder berichten aus ihrem Erfahrungsschatz


Monika Hilgenstöhler
Friedhelm Fründ
Ruth Kuntz
Bärbel Grothe und Katja Gonschorek

zurück

 

Monika Hilgenstöhler
Aktiv im Vorstand der (kfd St. Johannes)

Wir, die kfd, die Frauengemeinschaft von St. Johannes, sind beinahe genauso jung geblieben wie unsere Kirche. Nur 14 Jahre nach der Weihe des Gebäudes gründete sich der katholische Mütterverein. Damals saßen wir in diesem Gotteshaus, das noch einen Mittelgang hatte, während der Messen selbstverständlich links auf der Frauenseite - vorzugsweise im Kostüm mit Hütchen.

Einmal im Monat war um 8:00 Uhr die Gemeinschaftskommunion der Frauen. Aber weiter als bis zur Kommunionbank kamen wir nicht. "Offizielle Ämter" für Frauen am Altar gab es nicht. Vielmehr steht in einer Chronik zu lesen: "Solche Vereinsgründungen sind im kirchlichen Raum vielfach die Grundsteinlegung für viel aufopferungsvolles und hilfreiches Mitarbeiten in der Gemeinde gewesen."

Einer der Räume, in denen sich die kfd in der ersten Zeit zu ihren geselligen Runden traf, lag direkt unter diesem Kirchenschiff in den Katakomben, ein Raum gleich hier unter dem Chorraum. Diese Treffen, die Religionsgespräche und auch Feiern wie zu Karneval verschafften die Möglichkeit zu Austausch und Abwechslung einmal außerhalb der 3 K's: Kinder, Küche und Kirche.

Besondere Mitte waren und sind uns aber noch immer unsere kfd-Messen hier in der Kirche. 1x im Monat und zu besonderen Anlässen wie dem Weltfrauengebetstag, der ökumenischen Agape-Feier oder (!) dem Tag der Diakonin - denn wir geben unsere Hoffnung, den inneren Zirkel der Macht einmal zu betreten, nicht auf.

Diese Steine, aus denen unsere Kirche gebaut ist, haben gottlob vieles freier und offener werden sehen. Längst dürfen die Frauen Andachten auch selbst und Messen mitgestalten. Wir sind als Lektorinnen und Kommunionhelferinnen am Altar - der Hutzwang besteht nicht mehr.

Für die Zukunft wünschen wir uns, dass unser Gotteshaus lebendig bleibt (gern wieder mit Glockengeläut) und streitbar. Dass wir Frauen dabei kräftig mitmischen und - dass sich junge Frauen für unsere Gemeinschaft begeistern, damit sich Tradition und frischer Wind gegenseitig bereichern können.

nach oben


Friedhelm Fründ
(Amtierender Vorsitzender der KAB St. Johannes)

Ich stehe hier - zum einen für mich und darüber hinaus sicher auch für viele, die sich dieser Kirche und dieser Gemeinde verbunden fühlen.
Seit der Kirchweih, der Einweihung dieser Kirche sind 130 Jahre vergangen. 70 Jahre davon - also mehr als die Hälfte der Zeit - durfte ich mit erleben und hier und da auch mit gestalten.

Vor 70 Jahren wurde ich geboren - im Schatten der Kirche - nur ein Steinwurf von hier entfernt. Wenn der Kirchturm umfiele, was Gott verhindern möge, dann landete er im Garten meines Geburtshauses. Bis zur Kirche hatte ich es nie weit. Als Kind und Jugendlicher besuchte ich jeden Sonntag um 09:00 die Messe. Wir Kinder saßen auf kleinen Bänken vor den Erwachsenen, die Mädchen links, die Jungen rechts. Wenn ich mal allzu unruhig war und störte, kam unser Kirchenschweizer in seiner langen roten Robe mit Barrett und langem Stab, und ich musste zur Strafe in die Bänke der Mädchen.

In meiner Kindheit gab es noch kein Fernsehen. Unsere Sonntagnachmittags- Unterhaltung fand in dieser Kirche statt. Fast jeden Sonntagnachmittag gegen 14:00 Uhr ging ich zur "Christenlehre". Einer der Vikare oder Kaplane erzählte uns biblische Geschichten oder Geschichten mit religiösen und belehrenden Inhalten. Und wir wurden abgefragt, welche Lehren man daraus ziehen konnte. Ich liebte diese Stunden. Wenn ich so recht überlege, handelte es sich quasi um einen Vorläufer der Kleinkindergottesdienste.
Dass ich jeden Sonntag zur Messe ging, lag auch daran, dass ich anschließend vor der Kirche alle meine Freunde traf.

Als Jugendlicher und junger Erwachsener war ich selbstverständlich Messdiener und Lektor. Wir Messdiener mussten die Gebete, die wir im Wechsel mit dem Priester lateinisch sprachen, auswendig lernen, bevor wir zum Dienst am Altar zugelassen wurden. Außerdem mussten wir lernen, in welch besonderer Weise wir das Messbuch von der einen auf die andere Seite tragen mussten. Auf die richtige Drehung kam es an.

Die Predigten wurden noch von der Kanzel herab gehalten.

Zu meiner Kommunion bekam ich ein Bild vom Innenraum der Kirche. Vor kurzem, beim Aufräumen habe ich es wiedergefunden. Und beim Betrachten des Bildes kamen mir viele Erinnerungen in den Sinn.
Diese Kirche gehört zu dem, was man Heimat nennt. 130 Jahre ist sie alt. 70 Jahre davon habe ich miterlebt.

Confiteor Deo omnipotenti,
beatae Mariae, semper virgini,
beato Michaeli Archangelo,
beato Ioanni Baptistae,
sanctis Apostolis Petro et Paulo,
omnibus sanctis et tibi, pater,
quia peccavi nimis
cogitatione, verbo et opere:
mea culpa,
mea culpa,
mea maxima culpa.
Ideo precor beatam Mariam, semper Virginem,
beatum Michaelem Archangelum,
beatum Ioannem Baptistam,
sanctos Apostolos Petrum et Paulum,
omnes sanctos et te, pater,
orare pro me ad Dominum, Deum nostrum.

nach oben


Ruth Kuntz
(Für die ehemalige Gemeinde St. Albert Magnus; heute ehrenamtliche Küsterin unserer Gemeinde)

Ich stehe hier für die Menschen der ehemaligen St. Albertus Magnus-Gemeinde. Wie sicher viele von Ihnen wissen, wurde in den späten 50er Jahren beschlossen, ein neues Pfarrzentrum an der Königsallee zu errichten, das dann auch gebaut wurde, und 1964 endlich fertig gestellt und konsekriert wurde. In seiner kurzen Geschichte gab es in St. Albertus Magnus nur zwei Pfarrer: Pfarrer Franz Westhoff, der vorher Kaplan in St. Johannes war, und dann später Pfarrer Stefan Ochmann.

Menschen, die vorher zu St. Meinolphus oder St. Johannes gehörten, hatten in St. Albertus Magnus eine neue Heimat gefunden mit deutlich kürzeren Wegen zu ihrer Kirche.
Dann kam in den frühen Jahren des neuen Jahrtausends die Nachricht vom Bistum: Wir haben kein Geld, Kirchen müssen geschlossen werden.
Viele Jahre haben die Gemeinderäte und Kirchenvorstände von St. Johannes und St. Albertus Magnus versucht, beide Gemeinden und beide Kirchen zu erhalten. Wie wir alle wissen, hat das nicht geklappt: 2008 wurde die Albertus Magnus- Kirche außer Dienst gestellt und wir, die ehemaligen Albertus-Mitglieder gehörten wieder wie vor 44 Jahren zu St. Johannes.

Ich kann mich an unseren letzen Gottesdienst erinnern, so voll hatte ich unsere Kirche noch nie gesehen. Menschen - auch viele aus St. Johannes - standen bis in die Eingangshalle. Als der Altartisch abgeräumt wurde, der Tabernakel leer mit geöffneter Tür stand, hatten viele Tränen in den Augen - auch Menschen aus St. Johannes waren tief bewegt.

Wenn ich nun hier in unserer Kirche an den Wochenenden die Gottesdienstbesucher anschaue, erkenne ich einige Gesichter aus Albertus Magnus wieder. Menschen, die hier eine neue Heimat gefunden haben und auch die, die zu ihrer alten Ursprungsgemeinde zurückgekehrt sind.

In den fast 9 Jahren haben wir uns aneinander gewöhnt, schätzen gelernt und wohl auch gegenseitig bereichert.
St. Johannes ist zu unserer Gemeinde geworden.
Und Albertus Magnus, dessen Reliquie wir mitnehmen konnten, und der hier neben der Marienstatue einen neuen Platz gefunden hat, schaut uns dabei zu.

nach oben


Bärbel Grothe und Katja Gonschorek
(Aktiv in der Gruppe für den Kleinkinder-Wortgottesdienst)

Wir sprechen für die - im Wortsinn - kleinste Gruppe, die sich hier im Gotteshaus trifft. Einmal im Monat findet nämlich ein Kleinkinder-Wortgottesdienst statt. Doch so sperrig wie das Wort geht es ganz und gar nicht zu.
Obwohl, oder gerade weil wir den Gottesdienst mit den kleinsten Gemeindemitgliedern zwischen null und sieben Jahren feiern, brauchen wir viel Raum: um zum Beispiel Fahrräder, Roller, Kinderwagen und Laufräder vor dem Altar abzustellen - (Bild 1) natürlich nur, um sie vor den Ferien im Sinne des heiligen Christophorus zu segnen, (Bild 2) versteht sich.
Im Ernst: In diesen Gottesdiensten sind alle Sinne gefragt. Die Kinder probieren selbst aus, wie eng es in der Arche gewesen sein muss, wie der blinde Bartimäus sich wohl gefühlt hat, lassen Jesus mithilfe von Pappe, Buntstiften und Kleber in den Himmel auffahren oder sehen und hören, wie der hl. Franziskus (Bild 3) mit den Vögeln gesprochen hat. Vom Samen bis zum fertigen, leckeren Brot haben wir es mit kleinen Tricks in nur fünf Minuten geschafft.
Die Kinder gehen auch verschiedenen Fragen nach: (Bild 4) Was macht Gott im Herbst mit den Blättern? Weißt du wie es im Himmel ist? Warum sind Kinder das Salz dieser Erde? Den Antworten nähern wir uns mit Experimenten, schauen mal (Bild 5) ganz genau hin oder suchen Vergleiche.
Für unsere Spurensuchen und Zeitreisen brauchen wir oft das ganze Kirchenschiff, um Hinweise zu finden. Für die Kinder ist dieses Gotteshaus außerdem ein großer Entdeckungsraum. Wo brennen überall Kerzen? Wo findet man in der Kirche Wasser? Und wozu? Wer kennt die Marienkapelle?
Zum festen Ritual gehören das selbst gestaltete Altartuch, das Anzünden (Bild 6) unserer Kerze und das Kreuzzeichen zu Beginn, die Fürbitten und der Segen. Die Kinder singen viel (Bild 7), beten, basteln (Bild 8) oder malen miteinander.
So wird ihnen das Gotteshaus vertraut, sie finden einen Zugang zu den Geschichten der Bibel, zu wichtigen Heiligen, zum Glauben. - Wie gesagt 1x im Monat, sonntags, hier in der Kirche.

nach oben