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Katholische
Gemeinde St. Johannes
Pfarrei St. Franziskus, Bochum Süd
Weiterleitung zum Auftritt der Pfarrei St. Franziskus

 

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Die Reliquie des St. Albertus Magnus

Eine Reliquie des heiligen Albertus Magnus in der St. Johannes Kirche: Warum?

Der Reliquienschrein im Wandtresor

Die Reliquie stammt aus der Kirche der früheren Pfarrgemeinde St. Albertus Magnus. Das Kirchengebäude wurde im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen des Bistums Essen zur "weiteren Kirche" erklärt und unter großer Anteilnahme vieler Gemeindemitglieder am Sonntag dem 16. November 2008 außer Dienst gestellt. Das Gemeindegebiet und die Men-schen von St. Albertus Magnus gehören nun zur St. Johannes Gemeinde innerhalb der Pfarrei St. Franziskus. Wie sehr die Menschen von der Schließung ihres Gotteshauses bewegt waren, kommt in einem Eintrag aus dem Gästebuch auf der Homepage unserer Gemeinde zum Ausdruck:

Letzter Gottesdienst in St. Albertus Magnus
"Welch ein Ernst in den Gesichtern der Menschen! Welche eine Trauer, als die Kerzen gelöscht und der Altar geräumt wurde. Wie viele Tränen wurden heute geweint? - Ein Gotteshaus ist etwas anderes als ein Theater oder ein anderes Gebäude, sei es auch noch so bedeutend. Die Menschen von St. Albertus haben heute überzeugend gezeigt: Der Altar ist die Mitte, um die herum sich Gemeinde bildet. Um ihn herum haben sich die Menschen immer wieder versammelt, und deshalb ist Gemeinde entstanden. Wer euch kennt, weiß, dass diese Gemeinde euch zur Heimat geworden ist. Heimat des Glaubens und Heimat des Zusammenlebens, zusammen Feierns, zusammen Arbei-tens. Heimat, in der Kindheit, Jugend, Erwachsensein und Altern mit anderen geteilt und getragen wurde. Eine einzigartig familiäre Atmosphäre, getragen und gestützt auch von eurem Pfarrer, Stephan Ochmann. Das hat der Außenstehende stets gespürt. So, wie bisher, wird es für euch nicht sein in Sankt Johannes. Aber ich meine: Pfarrer Kumpf hat in seinen Worten zum Schluss des Gottesdienstes überzeugend die Bereitschaft und Offenheit zum Ausdruck gebracht, einen neuen, gemeinsamen Weg mit allen aus SAM zu gehen. Ich habe mich über seine Worte gefreut und schließe mich Ihnen an. Ich habe die Hoffnung - nicht die Gewissheit - dass viele aus unserer Gemeinde so denken. Deshalb hoffe ich, bei aller Trauer, mit viel Respekt für die in St. Albertus geleistete Arbeit, für viele zu sprechen: Seid willkommen in Sankt Johannes!"

Es war und ist nun sowohl den Gemeindemitgliedern der aufgelösten Gemeinde St. Albertus Magnus als auch denen der Gemeinde St. Johannes ein tiefes Anliegen, der Reliquie eine neue Heimstatt im nun von der vereinten, größeren Gemeinde genutzten Gotteshaus zu geben. Als ein zentrales Zeichen des Willkommens. Der Weg, auf den sich die Gemeindemitglieder von Albertus Magnus in ihrem Denken und Empfinden machen mussten - ein Prozess, der sicher noch nicht abgeschlossen ist - soll begleitet werden durch das sichtbare Zeichen der Gegenwart des Andenkens an den Heiligen, der der Gemeinde ihren Namen gab.

Die Namensgebung der im Jahre 1964 gegründeten Gemeinde drückte ihr Selbstverständnis als Gemeinschaft von Glaubenden aus, die sich unter der Leitung von Pfarrer Franz Westhoff bewusst für Albertus Magnus, den herausragenden Gelehrten des Mittelalters und Gründer einer Ordensuniversität zu Köln, als Schutzpatron entschied. In den Jahren der Gemeindegründung wurde im Bochumer Süden, zu dem auch die St. Albertus Magnus und St. Johannes Gemeinde gehören, die Ruhr-Universität gegründet.

Die Wahl des Schutzpatrons stellte ein identitätsstiftendes Zeichen der Gläubigen in einer Stadt dar, die sich aus ihrem Selbstverständnis als einer Stadt der Arbeit für ein noch neues, ungewohntes Verständnis als Stadt der Wissenschaft öffnete. Und die Menschen dieser Gemeinde waren stolz darauf!

Die junge Ruhr-Universiät verstand sich als eine Universal-Universität mit breitem Fächerangebot über alle wissenschaftlichen Grenzen hinweg. Der heilige Albert gilt als einer der ganz großen theologischen Lehrer des Mittelalters und er war einer der ersten großen mittelalter-lichen Naturwissenschaftler in den Fächern Medizin, Biologie, Chemie, Physik, Astronomie und Geografie, daher sein Ehrenname Doctor universalis. Die Wahl dieses Schutzpatrons war in der historischen Situation der Stadt und vom Empfinden der Menschen her deshalb besonders stimmig. Es erfüllte die Gemeindemitglieder mit Stolz, als sie schließlich, seit dem 21. November 1965, auch eine Reliquie des Heiligen in ihrem Gotteshaus an architektonisch herausgehobener Stelle beherbergen durfte.

Der Reliquientresor neben der Marienstatue

An diese Tradition wollen wir anknüpfen. So wie die Menschen nun im Gotteshaus von St. Johannes eine neue Heimat für Gottesdienst und Gebet finden, so soll auch die Reliquie des Heiligen, die sie über vier Jahrzehnte begleitet hat, in St. Johannes Heimat finden. St. Johannes stellt sich damit bewusst und mit Freude in die Gemeindetradition dieser Reliquie. Inzwischen hat sie in einem Reliquienschrein des Künstlers Bernd Cassau aus Paderborn, der auch unseren Ambo gestaltet hat, einen würdigen Platz neben der Marienstatue gefunden. Heute, am Sonntag, 29. März 2009, wurde sie in einer feierlichen hl. Messe in den Schrein übertragen. Das ihr anvertraute Erbe gedenkt die St. Johannes Gemeinde mit großem Respekt vor der Tradition zu bewahren.

Hans-Georg Steden


 

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