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Katholische
Gemeinde St. Johannes
Pfarrei St. Franziskus, Bochum Süd
Weiterleitung zum Auftritt der Pfarrei St. Franziskus

 

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"Ich bin doch noch nicht alt"

Seniorentreff St. Johannes wirbt für den rechtzeitigen Einstieg

Jeden ersten und dritten Montag ist offener Seniorentreff von 15:00 bis 18:00 Uhr im Gemeindezentrum St. Johannes, Brenscheder Straße 43c. Durchschnittlich 60 Senioren zwischen 60 und derzeit 91 Jahren kommen zum Pläuschchen bei Kaffee, Kuchen und mehr zusammen. Wer reinschnuppern möchte, ist gerne gesehen. Der offene Seniorentreff ist der KAB St. Johannes angegliedert, verlangt aber keine Mitgliedschaft oder Beiträge. Sonderveranstaltungen werden in den Schaukästen der Gemeinde oder auf hier rechtzeitig angekündigt.

Als Ursula und Heinz Lang 2003 die Betreuung des Seniorentreffs St. Johannes Wiemelhausen übernahmen, änderten sie zuerst den Namen. Ulla Lang erinnert sich: „Alten- und Rentnergemeinschaft ging ja gar nicht! Alt wollte doch niemand sein.“ Das war wohl auch der Grund, weshalb das damals frisch gebackene Rentnerehepaar quasi bei Null anfangen musste. Auf den heute regelmäßig gut gefüllten Gemeindesaal sind sie mit Recht ein bisschen stolz. Neben den beiden Montagstreffs organisieren sie Ausflüge, Vorträge von Referenten und Veranstaltungen, die wie Karneval, Erntedank oder Adventsfeier zum Jahresverlauf passen.

Babbeln hält jung

Älteste Anwesende ist heute Luise Gogolok. Mit ihren 91 Jahren lebt sie allein. Das Kirchviertel, in dem sie die meiste Zeit ihres Lebens verbracht hat, will sie nicht verlassen, und „wenns mal zuhause nicht mehr geht, dann gibt’s ja das Johannesstift“. Trotz ihrer nachlassenden Sehkraft und des beschwerlicher werdenden Weges nimmt sie seit sieben Jahren an allen Veranstaltungen teil. „Das Babbeln hier hält mich jung!“ ist ihr fröhlicher Kommentar. Die Damen an ihrem Tisch nicken zustimmend – hier sitzen mit Ida Jamelle (91), Lieselotte Klein (90), Berta Kölker (90) und dem „Küken“ Hilde Kilfitt (85) seit langem überzeugte Seniorentrefflerinnen.

Bevor Wissen nutzlos wird

Seit dem Ende seiner aktiven Altersteilzeit im letzten Jahr ist der Dipl. Ingenieur für Versorgungstechnik Hans Hrmo (64) dabei. Warum er so jung schon hier ist? Hrmo legt die Spielkarten aus der Hand – die Skatbrüder am Tisch müssen für einen Moment warten. Großvater Hrmo ist zwar zuhause mit dem altersgerechten Umbau seines Hauses noch sehr gut ausgelastet, wollte aber rechtzeitig den „Einstieg in die Szene“ schaffen. Immer in St. Johannes aktiv, hat er den Spruch „Seniorentreff? Das sind doch nur alte Leute – da kann ich später noch hingehen.“ zu oft gehört – von Leuten, die es dann nie mehr geschafft haben! Hrmo: „Ich habe mich immer für Politik und Weltgeschehen interessiert, das musste ich schon von Berufswegen. Ich habe mich gefreut, im Ruhestand endlich die Zeit zum ausführlichen Zeitunglesen zu haben. Aber wenn du dann raus bist, stellt sich bei vielen schnell die Frage, wofür noch – das Wissen wird nutzlos, weil es keiner mehr abfragt.“ Dem will er mit seinem rechtzeitigen Einstieg beim Seniorentreff vorbeugen. Zu schätzen weiß Hrmo insbesondere aber auch die Erinnerungen der älteren Teilnehmer. Er hat wie viele hier sein Leben in Wiemelhausen verbracht, aber jung seine Eltern verloren. Viele Fragen, wie es früher im Kirchviertel war, konnte er ihnen nie stellen. „Auf diese Fragen erhalte ich hier meine Antworten. – So, Jungs, wer war dran?“ Sprach´s und nimmt sein Skatblatt wieder auf.

Auch wenn der Treff im ersten Stock des Gemeindezentrums stattfindet, wer die Treppe zu beschwerlich findet oder mit Rollator kommt, dem wird selbstverständlich geholfen.

Michael Klüter, 19.02.2011